Allgemein-, Viszeral- und minimal-invasive Chirurgie

Erkrankungen | Behandlungsschwerpunkte

Leistenbruch, Bauchwandbruch und Komplikationen nach Hernienoperationen

Leistenbruch

Leistenbrüche sind ein häufiges Phänomen. Etwa 15 % aller Eingriffe in der Allgemeinchirurgie werden wegen eines Leistenbruches durchgeführt. Die Empfehlung zur Operation ergibt sich aus den Beschwerden des Patienten und dem Bestreben, eine Einklemmung mit möglichem Darmverschluss zu verhindern. Es stehen verschiedene Methoden (offene oder endoskopische Operation) mit unterschiedlichen Verschlusstechniken (Naht oder Kunststoffnetz) zur Verfügung. In der Park-Klinik Weißensee werden erstmalig aufgetretene Brüche vorzugsweise mit einer offenen Nahttechnik (Operation nach Shouldice) versorgt. Nachuntersuchungen haben für dieses Verfahren in unserer Hand dauerhaft gute Ergebnisse mit Rückfallbrüchen (Rezidiven) in weniger als 3 % der Fälle gezeigt (siehe Publikationsliste). Bei mehrfach aufgetretenem Leistenbruch (Rezidiv, Mehrfachrezidiv) wird eine Netzverstärkung mit neuen, materialreduzierten Netzen in offener Technik (Operation nach Lichtenstein) oder endoskopisch (total extraperitoneale Netzprothese, TEP) vorgenommen. Nach einer Leistenbruchoperation wird die körperliche Aktivität des Patienten allein durch das Maß des Wundschmerzes limitiert. Empfehlungen zur körperlichen Schonung über den Abschluss der Wundheilung hinaus werden nicht gegeben. Riesenhernien der Leiste, welche bisweilen zu sehr großen Bauchwandveränderungen führen, sollten ebenfalls operativ versorgt werden. Spezielle Operationsverfahren mit der Implantation von großen Netzprothesen (Operation nach Stoppa oder Wantz) ermöglichen auch bei diesen seltenen Befunden eine sichere Versorgung.

Bauchwandbruch

Die Rate von Narbenbrüchen nach Bauchoperationen liegt je nach Befund und Verschlusstechnik bei ca. 10 bis 15 %. Im Prinzip sollte jeder Narbenbruch, sofern keine gewichtigen Gründe dagegen sprechen, operiert werden. Eine Spontanheilung gibt es nicht, erfahrungsgemäß vergrößert sich ein Narbenbruch im Laufe von Jahren und führt regelhaft zu Beschwerden, gelegentlich bis zur Einklemmung mit Darmverschluss. Die Operationstechnik der Park-Klinik Weißensee besteht in der Einpflanzung von eigens für diese Chirurgie entwickelten, leichtgewichtigen Kunststoffnetzen unter die tragende Bindegewebsschicht der Bauchdecke. Mit dieser Technik lässt sich die Rate neuerlicher Brüche auf unter 10 % reduzieren. Zur Prophylaxe eines Narbenbruches ist unter anderem die Operationstechnik beim Verschluss eines Bauchschnittes von Bedeutung. Nahtmaterial, Nahttechnik und die vernähten Strukturen beeinflussen die Häufigkeit von Narbenbrüchen. Durch das dauerhafte Tragen von Bauchbinden oder Bruchbändern lassen sich aber Narbenbrüche weder verhindern noch heilen.

Komplikationen nach Hernienoperation

Komplikationen nach Hernienoperationen sind insgesamt selten, können jedoch dem Betroffenen erhebliche Beschwerden bereiten und bis zur dauerhaften Arbeitsunfähigkeit führen. Chronische Schmerzen im Operationsfeld und seiner Umgebung haben sehr unterschiedliche Ursachen. Möglich sind ein neu aufgetretener Bruch (Rezidiv); Nervenirritationen durch Narben und Nervenwucherungen; implantierte Fremdkörper (Netze), welche lokale Irritationen auslösen oder wandern; Gewebswucherungen bzw. chronische Entzündungen an Fäden oder Fadenzug an empfindlichen Strukturen (Nerven, Knochenhaut) und vieles andere mehr. Nur eine sorgfältige Analyse der Beschwerden, genaue Untersuchung und zusätzliche Maßnahmen wie lokale Spritzenbehandlung etc. können die Ursache im Einzelfall aufdecken. Die angeratene Behandlung reicht von dauerhafter Schmerztherapie bis zu neuerlichen operativen Eingriffen mit evtl. Nervendurchtrennung oder Naht- bzw. Netzentfernung.