Gynäkologie

Erkrankungen | Behandlungsschwerpunkte

Beckenbodenschwäche

Wenn die Beckenbodenmuskulatur und/oder das Bindegewebe schwach ist, kann es zu einer Senkung einzelner Abschnitte der Scheide mit Verlagerung der Blase, des Darms oder der Gebärmutter kommen. Ob in diesem Fall operiert werden muss, hängt wesentlich davon ab, wie stark es die Patientin belastet.

Diagnostik

Eine genaue Ursachenforschung ist bei der Inkontinenz besonders wichtig. Neben der ausführlichen Erfassung der Krankengeschichte und klinischen Untersuchung werden Ultraschall und urodynamische Messungen durchgeführt. Durch die Untersuchung wird das Füllungsvermögen der Blase und der Harnröhrenverschlussdruck bestimmt. Eine zusätzliche Blasenspiegelung gibt Aufschluss über eine evtl. krankhaft veränderte Blaseninnenwand durch Entzündungen, Blutung oder Blasensteine.

Operationsmethoden bei Harninkontinenz

Wenn alle physikalischen und physiotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten (Elektrotherapie des Beckenbodens und Beckenbodengymnastik) ausgeschöpft sind und keine Besserung eingetreten ist, empfehlen wir Ihnen eine operative Behandlung. Wir unterscheiden zwischen Operationen, die eine Belastungsinkontinenz beseitigen und Verfahren, die die Beckenbodenschwäche behandeln. Je nach vorliegender Situation, Belastungsinkontinenz oder Genitalsenkung, empfehlen wir eine auf den Befund und die Wünsche des Patienten zugeschnittene Therapie.

Bei der Belastungsinkontinenz erreichen wir mit einem minimal-invasiven Verfahren - dem spannungsfreien Vagi-nalband (TVT-O) gute Ergebnisse mit einer Heilungsrate bis 90 %.

Eine weitere wirksame Operationsmethode ist die Kolposuspension, die Anhebung der Scheide.

Ein neueres Verfahren, bei dem durch Injektion einer wasserbindenden Substanz (Bulkamid) kleine Polster um die Harnröhre erzeugt werden, kann ebenfalls zur Behandlung der Belastungsinkontinenz zum Einsatz kommen.

Um die Beckenbodensenkung zu behandeln, gibt es verschiedene Operationsmethoden, die durch die Scheide oder über die Bauchdecke, entweder offen oder endoskopisch durchgeführt werden. Bei diesen Techniken wird entweder das gedehnte Bindegewebe wieder gestärkt, der gesenkte Scheidenanteil an noch intaktem Bindegewebe fixiert oder künstliche Materialien zur Befestigung eingesetzt.

Vor jeder Operation wägen wir Nutzen und Risiken mit Ihnen gemeinsam ab und beraten Sie ausführlich.