Neurologie

Erkrankungen | Behandlungsschwerpunkte

Polyneuropathien

Zu Polyneuropathien werden Erkrankungen gezählt, die mehrere peripheren Nerven betreffen. Leitsymptom der Polyneuropathie können sensible Reizerscheinungen in Form von brennenden, ziehenden Schmerzen sein, häufig im Bereich der Füße und Unterschenkel, manchmal in Verbindung mit Muskelschwäche und Muskelkrämpfen. Häufig ist die Wahrnehmung an den Füßen für Berührung, Schmerz und Wärme/Kälte-Empfinden reduziert. Es resultiert ein taubes "eingeschlafenes" Gefühl der Füße und eine Gangunsicherheit v.a. im Dunkeln.

Zu den häufigen Ursachen gehören:

  • Diabetes mellitus
  • Alkoholmissbrauch
  • akute und chronische Entzündungen der Nerven
  • Erbkrankheiten
  • Vitamin-Mangel
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Vergiftungen durch Umweltgifte oder Medikamente (Chemotherapie)
  • Tumorerkrankungen
  • Erkrankungen von Niere und Leber

Die Diagnose wird durch die neurologische Untersuchung in Verbindung mit einer Überprüfung der Nervenleitgeschwindigkeit (Elektroneurographie) und einer Überprüfung der elektrischen Muskelaktivität (Elektromyographie) gestellt. Weitere Untersuchungsmethoden sind die sensibel und die motorisch evozierten Potentiale. Häufig sind zusätzlich umfangreiche Laboruntersuchungen im Blut notwendig, gelegentlich eine Untersuchung des Nervenwassers (Lumbalpunktion) oder eine Nervenbiopsie. In etwa 20% bleibt die Ursache ungeklärt.

Die Therapie richtet sich nach der Ursache der Polyneuropathie. Bei schmerzhaften Missempfindungen kann aber auch unabhängig von der Ursache eine medikamentöse Behandlung sinnvoll sein.